Das perfekte Portemonnaie

DAS Portemonnaie...

Kreative Nähwerkstatt als Grafik

Wie sieht dein

perfektes Portemonnaie aus? Also, meins ist klein genug, dass es in jede Hand- und Hosentasche passt, und stellt trotzdem ein so üppiges Platzangebot zur Verfügung, dass mindestens 20 verschiedene Plastikkarten der unterschiedlichsten Arten (wobei es in meinem Fall tatsächlich nur eine EC-Karte gibt) und meine „Drei???“ Visitenkarte untergebracht werden können. Dazu ausreichend Fächer, um ca. 1kg Einkaufsbelege zu horten und das ein oder andere Geheimfach für ganz wichtige Dinge, die unbedingt immer mit dabei sein müssen.


Ach ja,

 

ein Reißverschlussfach für Kleingeld und eines für mögliche Geldscheine. Das Ganze sollte sich so darstellen wie die Tasche von Mary Poppins. In der konnte sogar ein Doppelbett verstaut werden.

 

Grafik Portemonnaie

Nein,

 

 so vermessen will ich nicht sein. Ich möchte einfach nur die Eier legende Wollmilchsau.

 

Also zuerst einmal über Stunden den Kopf rauchen lassen und Gedanken unterschiedliche Varianten durchgehen. Nachtruhe wird überbewertet.

 

AKkreativ als Vektorgrafik


Hatte ich erwähnt,

dass mein Portemonnaie natürlich ganz besonders außergewöhnlich werden soll? Ich weise jetzt schon mal auf das Foto des, zugegebenermaßen außergewöhnlich hässlichen Ergebnisses meiner Bemühungen, hin. Aber ich will ja nicht vorgreifen. ------>

Oh weh, das Portemonnaie


Als erstes

Danach

Um noch


 gehe ich daran, mit Hilfe von Papier die Einteilung der Kartenfächer festzulegen und das Schnittmuster zu erarbeiten. Alles endet mit wenigen Einzelteilen und viel Elan.

 

Schnittmuster aus Papier gefaltet.

stellt sich die Frage, welcher Stoff soll es sein. Nach viel Hin und Her überlegen entschließe ich mich für Baumwollstoff im Fuchsdesign und einen schlichten schwarzen den ich als Futter benutzen möchte.

 

Stoff und Bond'n Heat. Was man so braucht

 

einen winzigen Akzent zu setzen, grabe ich noch einen Fitzel Pünktchen Stoff aus.

 

Ein Detail aus Pünktchenstoff.


Ich möchte

 

dem Außenstoff ein Wachstuchfinish geben und bügele Heat N Bond auf. Verstärkt wird mit Decovil (linke Seite des Außenstoffes), H250 (Kartenfächer und Futter) und S320 ( Reißverschlussfach). Ihr merkt es schon. Dieses Portemonnaie wird für die Ewigkeit gemacht!
Und da mein Motto „aber bitte einfach“ ist, soll es auch eben so sein.

 

Es ist ähnlich wie das Mini-Max-Prinzip in der Wirtschaft. Unnötig zu erwähnen, dass auch das nicht funktioniert.

 

Also schneide ich zu, bebügele jede Lage mit der speziell zugewiesenen Einlage und lasse alles gut auskühlen. Danach werden die Berg-und Talfalten für die Kartenfächer gebügelt. Und da merke ich schon das Problem, was sich beim reinen darüber Nachdenken nicht aufwarf. Zu viele Lagen Stoff, zu moppelig.


Aber

 

das hält mich nicht zurück und mit weit weniger Elan nähe ich weiter und danke im Stillen meiner Nähmaschine, die sich tapfer durch zentimeterdicke Lagen arbeitet.

 

Nach der Hälfte

 

des Produktes weiß ich, dass dies mit Sicherheit nicht das perfekte Portemonnaie werden wird. Deswegen werfe ich das gute Stück schon jetzt in die virtuell gedankliche „Erfahrungen“-Schublade und mache es fertig. Den teuren Verschluss spare ich mir und greife zum Flauschband mit Gegenseite. Aber mein Pünktchenstoffakzent kommt zum Einsatz. Ein bisschen Stolz habe ich ja dann doch. Den Außenstoff links auf links auf das Innenfutter gelegt und mit Schrägband einfassen.

 

Fertig!


Jetzt sitze ich

 

hier auf dem Sofa und schreibe diesen Artikel mit dem Portjuchhe vor Augen und es befällt mich ein leichtes Gefühl von Versagen.

 

Das fertige Portemnonnaie.

Aber ganz ehrlich, warum?

 

Mit jedem Stück was ich nähe, mit jedem Fehler, den ich mache, werde ich besser. Ich sammele meine Erfahrungen und kann bei kommenden Projekten auf diesen Pool von Schiefgegangenem zurückgreifen und besser machen.

 


Grafik einer Tasche.

 

Und was das perfekte Portemonnaie angeht, so habe ich schon eine neue, realistischere Variante vor Augen.

 

Kussmund.

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Kommentare: 4
  • #1

    Monika Padrok (Donnerstag, 25 Mai 2017 14:20)

    Liebe Ann-Kristin, �
    ich nähte schon einige Portemonnaie's. Versuchte mich an verschiedene Anleitungen und veränderte somache auch. Aber "das" ideale Portemonnaie habe ich bisher auch noch nicht gefunden.
    Deine Stoffwahl gefällt mir gut. Auch die äußere Form ist edel. Leider gibt es keinen Blick ins Innere. Aber ich bin erst am Anfang und vielleicht finde ich hier im Blog noch einen Blick hinein.
    Liebe Grüße
    Monika�

  • #2

    monika-padrok@gmx.de (Donnerstag, 25 Mai 2017 14:39)

    Ich noch einmal. Dieses ist die "Anaida"? Danke, innen toll aufgeteilt. Könnte auch mit entsprechenden Stoffen, ein schönes "Männer-Geschenk" werden.
    Noch schöner, eleganter finde ich das Portemonnaie "Lisette". Ein richtiges Damenmodell.

  • #3

    Ann-Kristin (Freitag, 26 Mai 2017 11:27)

    Hallo liebe Monika,
    irgendwie ist man immer auf der Suche nach dem "perfekten" Portemonnaie oder der "perfekten" Tasche. Ich suche auch immer die perfekten Schuhe, auf denen frau wie auf Wolken durch den Tag schwebt. Gut, dass ich keine Schuhe selber machen kann. Dann würde ich wahrscheinlich nur noch grübeln und ausprobieren. Auch wenn es sicherlich Spaß machen würde. Und Fotos vom Inneren des Portemonnaies habe ich mir nicht getraut einzustellen. Es ist wirklich so ein bisschen in die Hose gegangen. Ich sende dir ganz liebe Grüße!

  • #4

    agnes.glaser@web.de (Mittwoch, 06 Juni 2018 10:07)

    auf Ihrer Webseite finde ich die Anleitung zum Portemonnaie "Lisette" nicht.

    mfg
    Agnes Glaser